*1985 Harare, Simbabwe
2019
Druckfarbe auf Ölbasis und Ölstift auf Leinwand
Zwischen tintigen Purpurtönen, Rot, Gelb und Blau bleibt die obere rechte Ecke der Leinwand unberührt von Zvavaheras Pinsel, wodurch eine Dynamik zwischen den narrativen Elementen der Komposition und den spitzenartigen Mustern entsteht. Die über die Figuren gelegten, gemusterten Schleier verweisen auf vielfältige Funktionen – als Leichentücher oder als religiöse Kopfbedeckungen beim Gebet und bei Hochzeiten – und dienen als Schutz vor den mächtigen Kräften, die sowohl in den Träumen der Künstlerin als auch darüber hinaus erscheinen. Der starke Kontrast zwischen den wechselnden Mustern und Farben erzeugt eine gesteigerte Spannung über die gesamte Bildfläche hinweg.
Das vorliegende Gemälde stammt aus einer Werkgruppe, deren Ausgangspunkt ein Traum der Künstlerin vom Kampf und dem Wunsch nach Erhebung war. Zvavahera begreift Malerei als eine Form der Katharsis, um Energien jenseits des Körperlichen in heilende Kräfte zu verwandeln.
In ihren Gemälden verleiht Portia Zvavahera jenen Emotionen Gestalt, die aus anderen Sphären und Dimensionen stammen – jenseits der Bereiche des alltäglichen Lebens und Denkens. Ihre eindringlichen Bildwelten wurzeln in den Grundpfeilern unserer irdischen Existenz: Leben und Tod, Schmerz und Freude, Isolation und Verbundenheit sowie Liebe und Verlust. Diese zutiefst persönlichen Visionen entstehen durch Schichten leuchtender Farben und ornamentaler, schleierartiger Muster, die die Künstlerin zu palimpsestartigen Oberflächen verdichtet, indem sie expressive Malerei mit elaborierten Drucktechniken abwechselt.
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Zvandaona, 2021