Wolfgang Tillmans wurde 1968 in Remscheid geboren und studierte von 1990 bis 1992 am Bournemouth and Poole College of Art and Design in Bournemouth, England. Im Jahr 2000 war er der erste Fotograf und der erste nicht-britische Künstler, der den Turner-Preis erhielt, eine Auszeichnung, die jährlich von der Tate im Vereinigten Königreich verliehen wird. Von 2003 bis 2009 war Tillmans als Professor an der Städelschule in Frankfurt tätig.
Im Jahr 2009 wurde er als Künstler:innenvertreter in den Vorstand der Tate berufen.
Seit 2012 ist er Mitglied der Akademie der Künste in Berlin und wurde 2013 zum Mitglied der Royal Academy of Arts in London ernannt. Tillmans wurde 2015 mit dem Hasselblad
Foundation International Award in Photography ausgezeichnet, und im Januar 2018 erhielt er den Kaiserring der Stadt Goslar in Deutschland. Im Jahr 2023 wurde Tillmans zu einem der „TIME100 Most Influential People“ gekürt.
Seit Anfang der 1990er Jahre ist Tillmans’ Werk Gegenstand bedeutender Einzelausstellungen internationaler Institutionen, zuletzt im Jahr 2025 im Centre Pompidou als dessen letzte Ausstellung vor der mehrjährigen Renovierungspause: „Rien ne nous y préparait – Tout nous y préparait / „Nichts hätte uns darauf vorbereiten können, Alles hätte uns darauf vorbereiten können“, eine ortsspezifische Einzelausstellung, die von Tillmans konzipiert wurde. Zu den weiteren Ausstellungsorten zählen unter anderem die Tate Britain, London (2003); das P.S.1 Contemporary Art Center, New York (2006); das Museum of Contemporary Art Chicago (2006; wanderte bis 2007 weiter zum Hammer Museum, Los Angeles, und zum Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Washington, D.C.); Museo Tamayo, Mexiko-Stadt (2008); Serpentine Gallery, London (2010; wanderte bis 2012 weiter zu Ausstellungsorten in Südamerika, darunter das Museu de Arte Moderna de São Paulo; Museo de Arte del Banco de la República, Bogotá, Kolumbien; Museo de Arte de Lima, Peru; und Museo de Artes Visuales, Santiago, Chile, bis 2012); Kunsthalle Zürich (2012; Wanderausstellung bei Les Rencontres d’Arles, Frankreich, bis 2013); Moderna Museet, Stockholm (2013; anschließend in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf); im National Museum of Art, Osaka (2015); und im Museu Serralves, Porto, Portugal (2016). Im Jahr 2015 war „Book for Architects“, eine Zweikanal-Videoinstallation des Künstlers, im Metropolitan Museum of Art, New York, zu sehen.
Nur wenige Künstler haben das Feld der zeitgenössischen Kunst so geprägt und jüngere Generationen so stark beeinflusst wie Wolfgang Tillmans. In seiner fast vier Jahrzehnte umspannenden Karriere hat er das Medium der Fotografie durch eine nahtlose Verschmelzung von Genres, Themen, Techniken und Ausstellungsstrategien immer wieder neu definiert.
Wolfgang Tillmans Werke in unserer Sammlung:
Elternbesuch, 2022
Philharmonie Bloch I, 2017
Jodie in my kitchen, 2023
Office Paper For Food Wrapping Recycling, Addis Ababa, 2019
Free Iran Demo, Berlin, 2022
Congo night (b), 2018